Gebäudebegrünung

Wachsende Möglichkeiten

Bosco Verticale Milano
plan 11 - Praxis u. therapiezentrum in Calw 1996

Gebäudebegrünung ist aktuell wieder in aller Munde. Wirklich neu ist das Thema zwar nicht. Dachbegrünungen wurden für Neubauten in Innenstadtlagen z. B. in Stuttgart schon in den neunziger Jahren verbindlich vorgeschrieben. Die fünfte Fassade war entdeckt. Heraus kam dabei zunächst allerdings oft nur ein dünnes Firnis aus Mosen und niedrigen Gräsern, Extensivbegrünungen als Pflichtübung. Manchmal eher braun als grün und in seinen stadtklimatischen Auswirkungen gering. Darum verlangt die Stadt mittlerweile eine Aufbauhöhe von 12 cm.

Deutsche Hersteller von Begrünungssystemen, mit Namen wie Optigrün, ZinCo oder Bauder sind heute weltweit gefragt. Spektakuläre Lösungen, wie die Highline in New York, eine ehemalige Hochbahntrasse inmitten Manhattans, wurden mit deutscher Technik begrünt. Sie ist dort heute eine der gefragtesten Attraktionen. Auch an diesem Beispiel sieht man, wie vielfältig und flexibel die Möglichkeiten geworden sind. Freie Geländemodulationen von wenigen Zentimetern bis über einen Meter werden heute gut beherrscht, differenzierte Dachlandschaften mit Wegen, Rasenflächen, Hügeln mit Sträuchern und Bäumen.

Beitrag zum Abbau von Wärmeinseln: „In klaren Winternächten sinkt die Temperatur unbepflanzter Dächer auf bis zu -20°C. Die jährliche Temperaturschwankung beträgt somit ungefähr 100 Grad. Begrünte Dächer kühlen sich im Winter nur auf wenig unter 0°C ab, so dass hier die Jahresschwankung nur etwa 30 Grad beträgt. Im Sommer wird über einem Dachgarten ein großer Teil der eingestrahlten Sonnenenergie zur Verdampfung von Wasser umgesetzt. Zur Verdampfung von 1 Liter Wasser sind bei normalem Luftdruck ca. 2250 kJ erforderlich, ohne dass dabei die Temperatur ansteigt. Mit der gleichen Wärmemenge können aber 100 m³ Luft um 18 Grad erwärmt werden.“ (aus Städtebauliche Klimafibel, Stuttgart)

Regenwasserretention: Niederschlagswasser wird zurückgehalten und dosiert wieder abgegeben, zum einen um die Bepflanzung länger mit Feuchtigkeit zu versorgen, zum Anderen , um die Spitzenbelastungen bei den zunehmenden Unwetterlagen zurückzuhalten, zur Vermeidung von  Überflutungen der Kanalisation in verdichteten Lagen. Der Regenwasserabfluss wird in eigenen Reservoirschichten durch Mäander verzögert und mittels Drosselgullys dosiert. Beim „Optigrün-Smart Flow Control“ geht das Regenwassermanagement soweit, dass eine digital gesteuerte Abflussregulierung gespeichertes Regenwasser in Abhängigkeit von der Wettervorhersage automatisch rechtzeitig ablaufen lässt um mit dem Eintreffen eines Unwetters erneute Aufnahmekapazitäten vorhalten zu können. High Tec zur Integration von Stadt und Natur.

Ein Thema der kommenden Jahre werden auch neue Systeme für die Fassadenbegrünung sein, von Containersystemen zur Bepflanzung ganzer Hochhausfassaden bis zu rotierenden Bäumen, die waagerecht vom Gebäude weg wachsen. Nach einer Experimentierphase darf man gespannt sein, was sich in der Praxis wirklich bewährt, um unsere Städte grüner und sauberer zu machen, die sommerliche Aufheizung zu mildern und die Aufenthaltsqualität für seine Bewohner zu steigern.

plan 11 – Konzept für unser aktuelles Projekt am Stuttgarter Cityring mit Fassaden-und Dachbegrünung mit Regenwasserretention

Bauen 4.0 ?

Courtesy of PLP Architecture
Holzbau Vancouver Berlin
Moderner Holzbau Berlin, Foto Borchardt

Vergleicht man die Montagehalle eines Automobilherstellers aus dem Jahr 1980 mit einer von heute, Arbeiter im ölverschmierten Blauleinen damals und surrende Roboterarme an blitzsauberen Fertigungsstraßen heute, wird die rasante Produktivitätsentwicklung der vergangenen Jahrzehnte augenfällig. Der Vergleich einer durchschnittlichen Baustelle von 1980 mit einer aktuellen beeindruckt da weit weniger. Im Baubereich scheinen die Uhren langsamer zu gehen.
Seit einigen Jahren zeichnen sich jedoch auch hier wahre Innovationssprünge ab. Ein gutes Beispiel hierfür ist der moderne Holzbau. Gemeint ist nicht das immer noch als innovativ verkaufte Holzständerhaus im Passivhausstandard, im Prinzip eine alte Bauweise, wenn auch mit verbesserten Dämmwerten. Nein, der Baustoff Holz selbst ist dabei, revolutioniert zu werden. Durch neue Klebetechniken und industrielle Fertigungsmethoden entstehen plattenförmige Baustoffe von fast beliebigen Dimensionen, die die klassischen Nachteile des Holzes vergessen lassen. Tragende Bauteile von zwanzig, dreißig Meter Länge, maßhaltig, ohne Verwindungen, sehr gut zu bearbeiten mit CNC-gesteuerten Bearbeitungsmaschinen. Hier verlagert sich ein Teil der Baustelle in moderne, industrielle Fertigungshallen und die Bauzeiten vor Ort verkürzen sich deutlich.

Die neuen technischen Möglichkeiten lassen ganz neue, moderne Architekturen entstehen, große, 4- bis 5-geschossige Gebäudeanlagen, über 100 Meter lang. In Vancouver steht heute ein 18-stöckiges, 54 Meter hohes Studentenwohnheim das schon bald übertrumpft werden wird vom gerade im Bau befindlichen „HoHo Wien“ mit 24 Stockwerken und 84 Metern Höhe. Und weit höhere Gebäude sind in Planung. Der „River Beech Tower“ in Chicago kommt auf 244 Meter und 80 Etagen, der „Oakwood Tower“  von PLP Architecture in London peilt die 300 Meter-Marke an: mit einer tragenden Konstruktion aus Holz.

Solche Superlative beweisen die Leistungsfähigkeit dieser neuen Bauweisen und die Erfüllung von höchsten Anforderungen, übrigens auch im Schall-
und Brandschutz. Noch wichtiger aber, als solche Rekordbauten, ist die Frage: wie ändern diese neuen Baumöglichkeiten unsere Alltagsarchitektur? Holz ist relativ leicht, ein Vorteil nicht nur für den Transport von vorgefertigten Bauteilen. Auch das Eigengewicht von Konstruktionen, namentlich bei Aufstockungen, Umbau und Erweiterung kann so reduziert werden, von der hervorragenden Ökobilanz ganz zu schweigen. Mit Holz ist eine gute Nachhaltigkeit und echte Cradle2Cradle-Nachweise leichter zu erreichen, als mit den meisten anderen Baustoffen.

Obwohl längst bewiesen wurde, dass auch größere Gebäude in allen Teilen, auch bei aussteifenden Treppenhäusern und Aufzugschächten, komplett aus Holz gebaut werden können, sollte keine neue Ideologie daraus entstehen. Auch wenn die Leistungsfähigkeit des modernen Holzbaues beeindruckt: ist es nicht sinnvoller, von jeder Bauweise das Beste zu nehmen und zu kombinieren, Holz, Stahl, Glas und Beton? Zum einen aus wirtschaftlichen Überlegungen, aber auch, weil sich in einer modernen Architektur hierdurch wunderschöne Materialkombinationen und angenehme Aufenthaltsqualitäten ergeben (ein Beispiel für einen solchen modernen Hybridbau zeigt auch unser aktuelles Projekt Corporate Architecture Video.

Aktuelles Video

Projekt

Aufstockung/Erweiterung: Corporate Architecture

Das versteckte Potential auf Ihrem Grundstück

Projekt 2018 Corporate Architecture, plan 11 Stuttgart
plan 11 Building Lab Stuttgart

Dieses Projekt richtet sich an Firmen und Grundstückseigentümer in der Region Stuttgart, die daran interessiert sind, zusätzliche Nutzflächen auf Ihren schon bebauten Grundstücken zu generieren, sei es zur Vermietung (Ertragssteigerung) oder sei es, um die Flächennot des eigenen Unternehmens zu mildern.

Aber ist das bei Ihrem Gebäudebestand technisch überhaupt möglich und wirtschaftlich? Und wäre es bei den Baubehörden genehmigungsfähig? Wie könnte eine solche Gebäudeerweiterung aussehen und wie wäre eine solche Baumaßnahme mit dem laufenden Betrieb vereinbar?

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Raum im Raum: Halleneinbauten, Systemräume, Showrooms…

Halleneinbau Systembau Modul

Kunden aus erhobener Position die Produktion zeigen. Wertvolle Maschinen schützen. Büros nahe an Produktions- und Logistikbereiche bringen oder auch einfach zusätzliche Nutzflächen in vorhandenen Großräumen erschließen: es gibt viele Gründe, die für eine Raum-in-Raum-Lösung sprechen können. Zum Beispiel Sonderräume und Kleinhallen in großen Gewerbehallen. Hochwertige, vielleicht sogar spektakulär inszenierte Sonderbereiche beeindrucken Kunden und können Kristallisationspunkte in innovativen Unternehmen sein.

Gerade innovative Firmen, die viel Know How in neu entwickelte Produkte und Produktionsweisen stecken, sollten nicht versäumen, diese auch in einer angemessener Architektur zu leben (Mitarbeiter) und zu präsentieren (Kunden).

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